Mit dieser Entdeckung ist es binnen weniger Jahre gelungen, dass mehrere vernichtende Krankheiten beherrscht und zehntausende Menschen und Kinder vor einem qualvollen Tod bewahrt werden konnten.

Aus der Not wurde eine Tugend

Nach der verheerenden Pockenepidemie im 18. Jahrhundert setzten sich Mediziner und Wissenschaftler immer mehr mit dem menschlichen Organismus auseinander. Es musste eine Möglichkeit gefunden werden, dass Infektionen dieses Ausmaßes beherrscht werden könnten. Nicht nur für Kinder und ältere Menschen war dies wichtig. Die Population wurde durch eine Epidemie so stark reduziert, dass der Fortbestand kaum noch gesichert werden konnte.

Da zu diesem Zeitpunkt die Infektionshygiene und auch die allgemeine Hygiene noch nicht verstanden und umgesetzt wurden, begann die Forschung an der eigentlichen Ursache.
Die ersten Versuche ähnliche Infizierte miteinander zu impfen, gingen meist ins Leere, denn sobald eine Impfung erfolgt war, brach die Krankheit schlimmer als zuvor aus.

Im 18. Jahrhundert entdeckte ein englischer Landarzt, Edward Jenner, dass das Impfen noch zu risikoreich war. Er arbeitete unentwegt an einer Methode, die eine Impfung sicher machen sollte. Dabei stellte er fest, dass alle Lebewesen sich mit den Pocken infizieren können. Allerdings verlief die Seuche bei Kühen wesentlich glimpflicher. Er entnahm einer infizierten Kuh Blut und impfte andere Menschen damit, wovon die meisten von der Erkrankung verschont wurden. Dies war die erste aktive Immunisierung.

Der Durchbruch

Auf der Grundlage der Forschung von Jenner, stellte Pasteur rund 100 Jahre später den ersten Impfstoff her, der gegen die Cholera wirksam werden sollten. Er extrahierte die Antikörper seiner erkrankten Hühner und verabreichte sie seinem Schüler. Auf diese Weise belegte er, dass die Theorien Jenners richtig waren und eine weitere Herstellung anderer Impfstoffe nun folgen konnte.

Somit konnte auch die Tollwut begrenzt werden. Pasteur konnte einen infizierten Menschen heilen, auch wenn er dabei noch das Prinzip der aktiven Immunisierung anwendete.

Behring´s Entdeckung

Der Deutsche Dr. Behring arbeitete zu Beginn des 20. Jahrhunderts weiter an den Forschungsergebnissen von Pasteur. Er beobachtete das Verhalten von infizierten Tieren. Dabei fiel ihm auf, dass eine Blutübertragung von einem infizierten auf ein gesundes Tier bei dem gesunden Tier kaum eine Reaktion erbrachte. Nur leichtes Fieber und Müdigkeit waren zu erkennen.

Er schloss daraus, dass die Körper Gifte ausbilden würden, die die Erreger effektiv und nachhaltig bekämpfen würden. So konnte er seine Studie vorantreiben auch die Diphterie zu bekämpfen. Versuche mit einer aktiven Immunisierung schlugen bisher immer fehl.
Behring verwendete das Blut der Menschen, die eine Infektion überstanden hatten und immunisierte so passiv auch andere erkrankte. Erst später fiel ihm auf, dass diese Art des Schutzes nur im Notfall Anwendung finden kann und keine dauerhafte Lösung darstellte.

Mit der Entdeckung der Antikörper und der Aufgliederung der Pathogenität von Erregern wurde es im Laufe der Zeit immer einfacher Impfstoffe zu generieren und ihre Wirksamkeit dauerhaft unter Beweis zu stellen.

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