Hierzulande sind Schätzungen des IPF („Informationszentrum für Prävention und Früherkennung“) zufolge circa fünf Millionen Menschen an Nierenfunktionsstörungen erkrankt. Die meisten Menschen wissen nichts davon, da bei einer Niereninsuffizienz anfangs keinerlei Symptome auftreten. Lebensbedrohlich ist eine Nierenfunktionsstörung, wenn die Leistung der Organe bis auf 15 Prozent gesunken ist. In diesem Fall sind Dialyse (Blutreinigung) und Nierentransplantation in vielen Fällen der letzte Ausweg. Der folgende Beitrag informiert darüber, wie Erkrankungen der Nieren zu erkennen sind und wer zur Risikogruppe gehört.

Niereninsuffizienz entwickelt sich unbemerkt

Eine Nierenbeckenentzündung oder Nierensteine verursachen starke Schmerzen. Chronische Nierenerkrankungen, zum Beispiel Durchblutungsstörungen der Niere bleiben zunächst unbemerkt. Doch besonders diese Nierenerkrankungen sind gefährlich. Die Entwicklung einer chronischen Niereninsuffizienz verläuft lange Zeit unbemerkt. Ohne dass spezifische Symptome auftreten, lässt die Leistung Ihrer Nieren kontinuierlich weiter nach. Erst kurz vor dem vollständigen Absterben der Nieren treten Symptome, beispielsweise Übelkeit und Appetitlosigkeit, auf. Wenn Sie diese Symptome bemerken, ist die Nierenleistung meist auf 20 Prozent gesunken. In diesem Fall dauert es nicht mehr lange, bis eine Blutreinigung (Dialyse) lebensnotwendig ist.

Versagen beider Nieren endet mit dem Tod

Deutliche Symptome bemerken Sie erst, wenn Ihre beiden Nieren versagen. Es können Jahre vergehen, bevor Sie erste Symptome feststellen. Frühe Symptome sind häufiger Harndrang und übermäßiger Durst. Im weiteren Verlauf verändert sich die Situation gegensätzlich: In Ihrer Lunge, Ihren Beinen und Fingern wird Wasser eingelagert, Ihr Körper produziert kein Harn mehr. Diese Harnwegvergiftung wird von Ärzten Urämie genannt. Da die meisten dieser Symptome auch Hinweise auf eine sonstige Erkrankung sein können, müssen Sie nicht erschrecken. Sie sollten jedoch schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen lassen und die Ursache klären lassen. Je mehr Nierengewebe funktionsunfähig wird, desto langsamer arbeiten Ihre Nieren. Ihre beiden gesunden Nieren produzieren pro Minute circa 120 Milliliter Primärharn. Im Endstadium sinkt die Primärharnproduktion auf nur 15 Milliliter pro Minute. Innerhalb von nur wenigen Wochen verursacht diese Überwässerung eine Herzschwäche, Gehirnschäden und Übelkeit. Binnen kürzester Zeit endet Nierenversagen tödlich, wenn keine Dialyse eingeleitet wird. In Deutschland gibt es aktuell circa 60.000 Dialyse-Patienten. Niereninsuffizienz ist bis dato unheilbar, ein schwerer Verlauf lässt sich mit Medikamenten, angepasster Ernährung und der Behandlung von Grunderkrankungen verhindern.

Besonders gefährdet: Patienten mit Bluthochdruck und Diabetes

An der Spitze der häufigsten Ursachen für Nierenversagen stehen die Grunderkrankungen Bluthochduck, Gicht und Diabetes. Wenn Sie unter einer dieser Krankheiten leiden, wird das Gewebe Ihrer Nieren nicht ausreichend durchblutet und Ihre Nieren sterben ab. Familiäre Veranlagung und der regelmäßige Konsum von Schmerzmitteln sind weitere Ursachen.

Empfohlen für Risikopatienten: jährliche Vorsorgeuntersuchung der Nieren

Wird eine Niereninsuffizienz rechtzeitig diagnostiziert, können weitere negative Folgen für die Gesundheit verhindert werden. Sollten Sie zur Risikogruppe gehören, ist es empfehlenswert, dass Sie Ihre Nieren jährlich untersuchen lassen. Um die Gesundheit Ihrer Nieren beurteilen können, reicht Ihrem Arzt eine Blut- und Urinprobe. Laut PIF ist aktuell die Bestimmung des Kreatininwertes im Blut die am häufigsten eingesetzte Methode um die Leistungsfähigkeit Ihrer Nieren zu bestimmen. Dieser Blutwert ist jedoch stark abhängig von Ihrem Geschlecht, Ihrer Muskelmasse und Ihrem Alter. Erst wenn die Leistung Ihrer Nieren bereits um 50 Prozent abgenommen hat, steigt die Konzentration von Kreatinin stark an.

Innovative Testverfahren sind exakter

Innovative Testverfahren ermöglichen eine frühere und genauere Erkennung. Mit ihnen lässt sich der Eiweißwert Cystatin C, Albumin bestimmen. Laut PIF ermöglicht dieser Wert besonders detaillierte Rückschlüsse auf die Leistungs- und Filterfähigkeit Ihrer Nieren.

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